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Schlank wie ein Start-up

Großunternehmen übernehmen schlanke Strukturen für die rasche Produktentwicklung und umgehende Verbesserung von den kleineren Start-ups. Neue Wege, neue Chancen für Innovationen und deutlich weniger Kosten. Markus Leptien leitet das Telefónica O2-Innovationsteam nach der Lean-Start-up-Methode – mit Erfolg.

Disruption fängt oft im Kleinen an, eben weil geniale Ideen anfangs selten ausgereift sind. Kleine Start-ups profitieren von ihrer schlanken Struktur indem sie agil und flexibel unter hohem Zeitdruck eine innovative Geschäftsidee zum Test beim Kunden treiben. Scheitern sie, so halten sich die Kosten in Grenzen und sie können das Produkt erneut rasch anpassen und verbessern, bis es auf dem Markt Zuspruch erhält. Digitale Transformation bleibt so auch mit seinen Risiken unternehmerisch tragbarer als lang gereifte Lösungen, die in der konventionellen Produktentwicklung entstehen und kontinuierlich Kosten generiert haben.

Innovationsfähigkeit erlangen, den Wettbewerb gewinnen

Diese dynamischen Start-ups setzen große Unternehmen durch ihre Agilität gehörig unter Druck. Sowohl in der Entwicklung als auch die Plattformen für deren Vertrieb. Over-The-Top-Dienste (OTT) wie WhatsApp und Netflix nutzen für innovative Produkte die Infrastruktur bestehender Dienste, ohne diese zu zahlen. Mit sehr großem wirtschaftlichem Erfolg. Facebook begegnete dem Erfolg von WhatsApp vorbeugend mit einer strategischen Übernahme für 19 Milliarden Dollar.

Dies können und wollen andere Unternehmen nicht. Sie gehen andere Wege, die nicht weniger erfolgsversprechend sind, wie zum Beispiel Telefónica O2. Der spanische Anbieter für Telekommunikation gehört mit 25 Millionen Kundenanschlüssen in Deutschland zu einem der großen Player, die beiden Marken O2 und E-Plus sind fest etabliert.

Agilität der Kleinen für die Großen

Marcus Leptien ist Leiter des Innovationsteams von Telefónica O2 und geht für die Entwicklung digitaler Produkte gegenüber Start-ups in die Offensive. Der große Konzern lebt in der Entwicklung digitaler Produkte den Unternehmerspirit eines kleinen Start-ups, dank der Lean Start-up-Methode. Erste Erfahrungen schreiben eine Erfolgsstory der Produkt-Entwickler: statt wie üblich ein halbes Jahr entwickeln sie nun binnen 6 Wochen neue Apps. Dies spart Telefónica bis über 80% Kosten ein.

Während die Kunden ein Beta-Produkt testen, können wir somit jederzeit überlegen, ob wir es weiterentwickeln oder ob das Produkt in die falsche Richtung geht…Außerdem können wir aufgrund des geringen Aufwands die Produkte leichter kippen und Fehlinvestitionen verhindern.

Marcus Leptien, Leiter Innovationsteam, Telefónica O2

Lesen Sie hier, wie das Innovationsteam von Telefónica O2 dies mittels einer Lean-Start-up-Methode schaffte.

  • Lean-Start-up-Methode sorgt für ständige Bodenhaftung des Innovationsteams. Das Team arbeitete nicht mehr linear auf das fertige Produkt hin, sondern konsequent iterativ mit Fokus auf den Kunden: Alles wird fortlaufend getestet, angepasst, verworfen oder neu konzipiert.
  • Kein fertiger Business-Case als “Zwangsklammer“. Telefónica O2 verwarf klassische Marktforschung als zu statisch und aufwendig. Entwickler erhalten so freien Blick auf innovative Merkmale.
  • Kunden als Mitentwickler im Team. Ein schlankes Team von max. 8 Entwicklern erhält Rat von Kollegen aus den Bereichen Finanzen, Marketing und Vertrieb. Ausgewählte Kunden testen auf Beta-Plattformen neue Dienste und Produkte und sind als „Co-Entwickler“ fortlaufend in die Entwicklung eingebunden.
  • Fehlerkultur bringt Lerneffekte, reduziert Kosten. Unmittelbares Feedback der Kunden zum Beta-Produkt liefert wertvolle Entscheidungsgrundlagen zur Produktweiterentwicklung. Dieser frühe Erfolgsfilter ermöglicht frühzeitige Anpassungen und Korrekturen von „Fehlern“, bevor große Kosten generiert wurden.

Dieser Lean-Start-up-Ansatz von Telefónica O2 bietet die typischen Qualitäten eines Start-up-Gründers. Die Vision eines Produkts oder Geschäftsmodells kann sofort in die Entwicklung umgesetzt werden. Und: Erste Versionen des Produkts werden unmittelbar getestet um bei Bedarf auch radikal neu interpretiert und angepasst zu werden – zum Gewinn für das große Unternehmen Telefónica O2 wie für die Kunden.

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